Bestandsaufnahme und Perspektiven der Deutschförderung in Subsahara Afrika: Vernetzung und Austausch auf einer Konferenz 14.-17. Mai 2023 in Stellenbosch, Südafrika

© Mathew Jordaan
Afrika ist multilingual. Deutsch wird neben anderen Fremdsprachen gelehrt und gelernt. Die Gründe für das Deutschlernen in Afrika sind unterschiedlich. Während ein Studium in Deutschland einer der Hauptgründe ist, warum Studierende im Hochschulbereich Deutsch lernen möchten, gibt es auch verstärkt Interesse an Praktika, Arbeitsmöglichkeiten, Familiennachzug und Migration. Die Deutschförderung in Subsahara Afrika rückt daher in den Fokus des Auswärtigen Amts. Der Fach- und Arbeitskräftebedarf in Deutschland wird weiterhin wachsen, was die Förderung von Deutsch als Fremdsprache (DaF) insbesondere in Ländern, in denen Fachkräfte gezielt angeworben werden sollen, zu einer Notwendigkeit werden lässt. Die DaF-Regionalstrategie für Subsahara-Afrika 2023-2025 steht im Auswärtigen Amt kurz vor ihrer Billigung. Sie zielt darauf ab in einem ersten Schritt die Zahl qualifizierter Deutschlehrkräfte zu erhöhen, um dann in einem zweiten Schritt die Zahl der Deutschlernenden zu steigern.

Unter dem Motto „Bestandsaufnahme und Perspektiven der Germanistik und Deutschförderung in Sub-Sahara Afrika“ begegneten sich in Stellenbosch/Südafrika 34 Vertreterinnen und Vertreter sowie DAAD-Lektorinnen und Lektoren der Germanistik- und Deutsch-Abteilungen aus Benin, Botswana, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Kamerun, Kenia, Namibia, Nigeria, Senegal, Simbabwe, Südafrika, Togo und Uganda zu einem intensiven Austausch. Es wurde deutlich, wie heterogen die Bestandsaufnahme innerhalb Sub-Sahara ausfällt: Bachelor-Studiengänge mit 1.000 Studierenden in Westafrika bis hin zu Abteilungen in Ostafrika und dem südlichen Afrika, die aufgrund sinkender Studierendenzahlen um ihr Fortbestehen bangen müssen. Generell lässt sich für alle Länder eine große Nachfrage nach studienbegleitendem Deutschunterricht als Trend feststellen. In den Arbeitsgruppen und plenaren Diskussionen wurde deutlich, dass an einigen Deutschabteilungen bereits ein Prozess begonnen hat, in die germanistisch orientierten Curricula mehr berufspraktische Bezüge zu integrieren. Andere Deutschabteilungen reagieren auf die steigende Nachfrage nach Deutschlehrkräften und entwickeln DaF-Masterprogramme zur Aus- und Weiterbildung. Deutlich wurde auch, wie die Förderinstrumente des DAAD ineinandergreifen: In etlichen Biografien der heutigen Professorinnen und Professoren beginnt der Deutschlandbezug mit einem Hochschulsommer- oder Winterkurs-Stipendium, nach der Graduierung folgen geförderte Studien- und/oder Forschungsaufenthalte. Schließlich werden Wiedereinladungen u.a. dazu genutzt, neue Kooperationspartner und Kooperationspartnerinnen zu gewinnen.

Mathew Jordaan (links); Beate Schindler – Kovats (rechts)

Betont wurde die Wichtigkeit des Süd-Süd-Austausches und die regionale Vernetzung. Damit können multilaterale Kooperationen und Synergien geschaffen werden. Mehr politische Sichtbarkeit für die Notwendigkeit des Fremdsprachenlernens in Zeiten geopolitischer Veränderung mit Blick auf China und Russland scheint geboten, auch weil das Deutschlandbild in einigen afrikanischen Ländern im Umbruch ist. Eine Übersicht zu den Deutschangeboten, Fördermöglichkeiten zur „Werbung für Deutsch“ soll in einem gemeinsamen Webauftritt umgesetzt werden.

Die überregionale Konferenz wurde von der Außenstelle Nairobi in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Carlotta von Maltzan (Prof. em. Universität Stellenbosch) mit Mitteln und Unterstützung des Referats S14 (Germanistik, deutsche Sprache und Lektorenprogramm) initiiert, organisiert und durchgeführt.

© Beate Schindler-Kovats

Wir danken allen engagierten Teilnehmenden, die über Ziele und Zielgruppen für die Deutschförderung, die sich verändernde Nachfrage nach Deutsch, die Aus- und Fortbildung von Deutschlehrkräften, bedarfsorientierte Ausbildung, Nachwuchsförderung und Digitalisierung diskutierten und Handlungsoptionen sowie Kooperationsideen entwickelten.

Matthew Jordaan : Das Organisationsteam: v.l.n.r: Prof. Carlotta von Maltzan (em. Universität Stellenbosch), Beate Schindler-Kovats (Leitung DAAD Außenstelle Nairobi), Dr. Simone Heine, Referentin S14, DAAD Bonn© Matthew Jordaan

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